Integration statt Ausgrenzung

DÜSSELDORF. Die Kunstausstellung „We are part of culture“, die Bilder und Lebensläufe von nicht heterosexuellen Prominenten darstellt, ziert bis zum 18. März den Düsseldorfer Hauptbahnhof.

Eine volle Eingangshalle des Hauptbahnhofs; am Rand Bilder von Marlene Dietrich oder Freddie Mercury. Einige Leute finden neben der Hektik die Zeit kurz stehen zu bleiben und sich die Kunstwerke anzuschauen, um zu verstehen, welches Thema dahintersteckt.

Das gemeinnützige Projekt „100% Mensch“, deren Initiatoren die Aktion geplant und organisiert hat, stellt 30 Persönlichkeiten aus jedem Zeitalter dar, die die Gesellschaft geprägt haben. Die Porträts der Berühmtheiten wurden von nationalen sowie auch internationalen Künstlern gemalt. Bis Mai 2019 tourt die Ausstellung insgesamt zu den 20 größten Bahnhöfen Deutschlands mit dem Wunsch ein möglich breit gestreutes Publikum zu erreichen. Zudem gibt es weitere Angebote, wie zum Beispiel Talkrunden, Vorträge und Podiumsdiskussionen, um das Thema von Homosexualität zu vertiefen.

Neben den Bildern der Prominenten steht deren knapper Lebenslauf und am Ende ihre sexuelle Orientierung. Abgebildet sind unter anderem Oscar Wilde, die Königin Christina von Schweden, Leonardo da Vinci und Alexander der Große. Ziel der Aktion ist es die Geschichten von LGBTTIQ* (Lesbian, Gay, Bisexual, Transsexual, Transgender, Intersexual und Queer) sichtbar zu machen und Akzeptanz und Respekt zu dem Thema zu fördern. Der Hintergedanke des Projektes lautet, dass Homosexuelle mehr in die Gesellschaft integriert werden sollen und nicht wie bisher ausgegrenzt werden. 100% Mensch möchte diese Ausgrenzung aus der Gesellschaft abschaffen und erhofft sich durch die Kunstausstellung, dass dies gelingt.

Besonders die Prominenz der abgebildeten Personen zieht die Aufmerksamkeit einiger Reisenden auf sich. Daniel, der gerade die Bilder betrachtet, sagt, dass viele durch die bekannten Stars inspiriert werden, wegen ihrer Vorbildfunktion und es gerade den Menschen helfen wird, die sich nicht trauen zu ihrer Sexualität zu stehen. Viele, die stehen bleiben und sich ein bis zwei Texte durchlesen, sind gegenüber dem Thema der Ausstellung positiv und aufgeschlossen eingestellt, wie auch Michaela: „Es ist an sich eine gute Sache, dass das publik gemacht wird. Homosexualität wurde in der Vergangenheit viel zu sehr verschleiert.“

(Bericht vom 11.03.2018)

Joana Domek

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