Kunst in der U-Bahn

Bericht vom 11.3.2018 von Katharina Göke

Malerisch, skulptural, klanglich. Diese Adjektive beschreiben die sechs U-Bahnhöfe der Düsseldorfer Wehrhahnlinie. An jedem dieser Orte wird dem Reisenden eine andere Art von Kunst geboten.
Plötzliches Vogelgezwitscher ertönt. Dann ist es wieder ruhig. Dann ruft urplötzlich jemand „Nein“, obwohl niemand etwas gesagt zu haben scheint. Und das auch noch in einer U-Bahn-Station.
Die Stadt Düsseldorf wollte Kunst direkt in das alltägliche Leben von Menschen integrieren und wählte deshalb U-Bahnhöfe als Ausstellungsorte aus. So entstand durch Kooperation mit den “netzwerkarchitekten Darmstadt“ und einigen Künstlerinnen und Künstlern innerhalb von 15 Jahren die neuen Bahnhöfe und ihre 3,4 Kilometer lange Verbindungsstrecken. Das Projekt eröffnete am 20./21. Februar 2016 und nahm am selben Wochenende seinen Betrieb auf.
Jeder Künstler hat seinen „eigenen“ Bahnhof entworfen. So entwarf beispielsweise Ralf Brög den neuen Bahnhof „Heinrich-Heine-Allee“. Er hat zu jedem der drei Zugänge ein klangliches Thema kreiert, dass er mit visuellen Effekten unterstützte. Die Themenbereiche, die er ausgewählt hat, sind “Theater“, “Labor“ und “Auditorium“.
Die Künstlerin Ursula Damm hat den Bahnhof Schadowstraße designt. Die Zugänge der Station sind blau. In der Station prangt oberhalb der Tunnelröhre eine LED-Wand, die eine sich ständig wandelnde Grafik von Menschen auf dem Jan-Wellem-Platz zeigt. Diese Grafik ist eine Echtzeitübertragung, die es mithilfe eines Computers ermöglicht, die Bilder künstlerisch an der Wand abzubilden. Die weiteren Bahnhöfe sind Benrather Straße, Graf-Adolf-Platz, Kirchplatz und Pempelforterstraße, die noch vier weiteren Künstler entworfen haben. Eine Gemeinsamkeit von allen U-Bahnstationen ist es, dass die Passanten dort nirgendswo Werbung erwarten wird.
Die Düsseldorfer sind auch sehr zufrieden mit ihrer neuen U-Bahn-Linie und den zugehörigen Stationen. Der Düsseldorferin Heike Wiegmann gefällt es sehr, dass alle sechs Stationen „gepflegt und erfrischend“ seien. Für sie wäre es in der Zukunft trotzdem wichtiger, dass mehr Geld in Projekte zur Förderung von Kindern gesteckt werde als in weitere Kunstprojekte. Anderer Meinung ist Chantal Dahlmann. Laut ihr sei die künstlerisch gestalteten Stationen eine „Bereicherung für Düsseldorf“, die ihrer Meinung nach noch mehr gefördert werden müssten. Erik Günther geht sogar so weit, die Kunst in den U-Bahnhöfen als mögliches Düsseldorfer Wahrzeichen zu beschreiben. Auch Menschen von außerhalb sind beeindruckt von den neuen Stationen. Simon Gruber mag vor allem, dass so das Gesamterlebnis des Ausfluges nach Düsseldorf verbessert werde. „Nicht jede Stadt hat das“, betont er.

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