Sprechtraining

Bericht von Katharina Göke

Unser 3. Wochenende vom 13.4. – 15.4.2018 im Haus Villigst in Schwerte begann mit dem Workshop Sprechtraining.

Unsere Dozentin Diana Knauthe zeigte uns zum Anfang mehrere Aufwärmübungen für die Teile unseres Körpers, die wir zum Sprechen gebrauchen. Das waren zum Beispiel der „Zungenkampf“, bei dem man die Zunge gegen die Wange streckt und mit dem Daumen leicht dagegen drückt, das allgemeine Wachklopfen des Körpers oder das „Lippenflattern“, bei dem man die Lippen leicht aufeinanderlegt und dann flattern lässt.

Zum Sprechen ist auch das richtige Atmen sehr wichtig. Daran haben wir gearbeitet, indem wir das Zwerchfell trainiert haben. Das Zwerchfell sitzt unterhalb der Lunge und ist ein Muskel, der für das Atmen zuständig ist. Bei der Übung für das Zwerchfell mussten wir eine Hand auf dieses legen und die Konsonanten „p-t-k“ oder „f-s-schch sprechen. Während wir das getan haben, sollte unser Zwerchfell sozusagen springen. Das hat man dann am Bauch gesehen und an der Hand gespürt.

Wir haben uns auch spielerisch aufgewärmt. Die Spiele hießen „A-potheke“ und „Messstellenwechsel“. Bei der „A-potheke sollten wir erst A-potheke, dann P-potheke, O-potheke, usw. sagen. Je länger wir das getan haben, desto mehr bildeten wir einen Rhythmus. Wir mussten auch immer schneller werden, aber immer noch deutlich bleiben. Irgendwann hat uns Diana in zwei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe hat die ganze Übung vorwärts aufgesagt und die andere rückwärts. Beim Spiel „Messstellenwechsel“ ging es um die richtige Aussprache. Wir standen alle im Kreis. Einer fing an, das Wort „Wachsmaske“ deutlich und richtig auszusprechen. Das geschah so lange, bis sich entweder einer versprach oder bis einer „Messstellenwechsel“ sagte. Wer sich versprach, musste eine Runde um den Kreis bis zu seinem Platz rennen. Die Person, die rechts von ihm stand, musste dann das Wort „Whiskeymixer“ sagen. Dann ging das Wort gegen den Uhrzeiger bis sich wieder einer versprach, usw. Bei „Messstellenwechsel“ wechselte das Wort, ohne das einer rennen musste. Beide Spiele bereiteten uns allesehr viel Spaß.

Nach der Aufwärmphase begannen wir mit dem eigentlichen Workshop. Das Ziel des Workshops war es, drei unterschiedliche Textsorten für Sprecherinnen und Sprecher kennenzulernen, diese zu bearbeiten und letztlich einzusprechen. Unser erster Text war ein Sachtext. Den Text hatte Diana selber mal für die Blindenzeitschrift der TAZ aufgenommen. Dieser handelte von einer Frau, die Autistin ist und eine eigene Zeitung herstellt. Bevor wir mit der Arbeit starteten, gab uns Diana noch ein paar Tipps, wie wir den Text bearbeiten können, und wir teilten uns in drei Gruppen auf. Jede Gruppe bekam eine Seite des Textes und suchte sich von dieser zwei Abschnitte aus, die sie später einsprechen wollten. Bei der Bearbeitung sollten wir darauf achten, welche Wörter wir betonen und, wo wir Pausen machen müssen. Innerhalb der Gruppen besprachen wir, auf welche Weise wir unsere Abschnitte einsprechen wollten und lasen sie uns gegenseitig vor. Dann starteten wir mit den Aufnahmen. Unser Studio bestand aus einem Pappkarton, Dianas eigenem Mikrofon und einer Aufnahmesoftware. Die Gruppen nahmen nacheinander ihre Abschnitte auf. Diana gab jedem von uns sofort eine Rückmeldung und Tipps, wie wir es besser machen können. Als letztes gab es noch einen Ausblick auf den nächsten Tag.

Samstag wiederholten wir ein paar der Aufwärmübungen. Als wir warm waren, begannen wir mit der nächsten Textsorte: dem Voice-Over. Ein Voice-Over wird oft über Beiträge oder Videos drüber gesprochen. Dabei wird meist etwas erklärt oder erzählt. Im Gegensatz zum Sachtext, der sehr emotionslos und sachlich gesprochen werden muss, dürfen beim Voice-Over schon ein paar mehr Emotionen miteinfließen. Den Text, den wir erhalten haben, gehörte zu einem Video der dapr, bei der wir am letzten Workshop-Wochenende zu Gast waren, in dem die einzelnen Studienfächer erklärt werden. Auch dieses Mal wurden wir wieder in drei Gruppen eingeteilt. Es waren die selben wie am vorherigen Tag. Die Schwierigkeit bei dem Text lag darin, dass dort ziemlich viele Fachwörter vorkamen, die schwierig auszusprechen waren sowie eine IP-Adresse, die sich ebenfalls als eine Hürde erwies. Sonst verlief die Vorbereitungsphause genauso wie am Tag zuvor, außer dass wir schneller waren, da wir jetzt wussten, worauf wir zu achten hatten. Auch das Aufnehmen ging etwas schneller, da die Abschnitte auch kürzer waren.

Zwischen dem Aufnehmen des Voice-Over und der dritten Textsorte, spielten wir noch ein bisschen „A-potheke“ und „Messstellenwechsel“ und veranstalteten ein „ZungenbrecherBattle“. Wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und bekamen alle einen Zettel mit vorder- und rückseitig bedruckten Zungenbrechern. Und dann battleten wir paarweise gegeneinander. Den Punkt bekam, wer den Zungenbrecher deutlicher und ohne verhaspeln aufsagen konnte. Dabei übten wir Deutlichkeit beim Sprechen.

Als nächstes behandelten wir die dritte Textsorte: die Werbung. Dieses Mal wurden wir in zwei Teams aufgeteilt und beide Teams bekamen unterschiedliche Texte. Auch diese hat Diana genauso wie das Voice-Over mal selber eingesprochen für das Jazz-Radio in Berlin. Bei der Werbung kam es darauf an, dass man sehr übertreibt und versucht,den Hörer von dem Produkt zu überzeugen. Das Produkt, dass wir verkaufen sollten, war ein Urlaub in der Alpina Pension in Obsteig. Wir besprachen uns innerhalb der Gruppen, lasen uns die Texte gegenseitig vor und gaben uns Tipps, wie wir es besser machen konnten. Dann nahmen wir die Texte auf.

Als allerletzten Programmpunkt hörten wir uns die Aufnahmen zusammen an. In der Mittagspause hatte Diana den Sachtext und das Voice-Over geschnitten. Die Werbung hörten wir uns ungeschnitten an. Alle unsere Aufnahmen bekamen wir auch noch zugeschickt. Zum Schluss gaben wir Diana Feedback. Dann war der erste Teil des Wochenendes schon vorbei und das Interviewtraining konnte starten. 

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