Radio-Workshop: viel „Lärm“ um ebenso viel Inhalt

Das 4. News4U Wochenende vom 3. bis 5. Mai war unser Radio-Workshop in Köln. Der Zeitplan war straff, aber umso mehr konnten wir aus diesem Wochenende mitnehmen. Freitag Nachmittag wurden wir mit strahlendem Sonnenschein in der Südstadt empfangen und herzlich von unseren Dozenten Philipp Grammes und Manfred Rütten begrüßt, die beide richtige Radio-Menschen sind und somit viel von ihrer Expertise mit uns teilen konnten. Das Radio ist zwar ein „Nebenbei-Medium“, in dem für einen Großteil der Hörer die Musik am wichtigsten ist, wie Philipp erklärt, jedoch besteht genau darin der Reiz des Radios – nämlich die Aufmerksamkeit der (womöglich nur mit einem halben Ohr) Zuhörenden auf den Inhalt der Beiträge zu lenken und das Interesse jener zu wecken. Gleichzeitig ist das ein Indikator dafür, dass das Radio (im Gegensatz zum Fernsehen beispielsweise) so schnell nicht seine Relevanz verlieren wird.

Ganz nach dem Motto „Learning by Doing“, warfen unsere Mentoren uns nach einem kurzen Überblick über die wichtigsten Elemente einer Radiosendung sowie ein kurzes Know-How bezüglich der Aufnahmetechnik (Mikro und Aufnahmegerät) direkt ins kalte Wasser und ließen uns in Zweier-Teams Umfragen zu einer selbst gewählten Frage erstellen. Die wichtigsten Basics im Radio sind wie wir schnell feststellten: O-Töne, also kurze Sequenzen aus einem Interview oder einer Umfrage, die sogenannte Atmo, durch die man Stimmung und Atmosphäre des Ortes, von bzw. über den berichtet, aufnimmt sowie Musik und (bei gebauten Beiträgen auch) Sprechertext.

Das Erstellen unserer ersten Umfrage war gar nicht so einfach, denn in einer Umfrage geht es darum, möglichst viele verschiedene Personen zu befragen und somit eine große Bandbreite von Stimmen und Meinung zu einer einzigen Frage einzufangen. Das erforderte natürlich etwas Überwindung, machte jedoch nach kurzer Zeit auch viel Spaß so direkt mit den Menschen in Kontakt zu treten.

Die übrige Zeit des Freitagabends nutzten Phillipp und Manfred, um uns alle Stilformen etwas genauer zu erklären. Neben der Umfrage oder dem auch in anderen Medien bekannten Interview ist eine der zentralen, radio-spezifischen, Elemente der Gebaute Beitrag. Wie schon der Begriff enthält, handelt es sich dabei um eine gewisse Komposition der „Bausteine“ (O-Ton, Zwischentext, Musik, Atmo), bei der dem Redakteur viele Möglichkeiten offen stehen, wie das Thema transportiert wird. Als Steigerungsform dessen könnte man das Feature einordnen/bezeichnen, denn dabei sind tatsächlich kaum bis keine Grenzen gesetzt, dementsprechend aufwendig sind diese jedoch auch. Es können zum Beispiel zusätzlich literarische Zitate und szenische Sequenzen eingegliedert werden. Auch Reportagen bilden eine wichtige Komponente. Diese bilden eine Mischform zwischen Informationen und Emotionen, sodass eine persönliche Note des Reporters dazu gehört.

Nun aber zum Hauptziel des Workshops: wir sollten bis Sonntag Mittag eine eigene Radiosendung von einer Stunde Laufzeit fertig stellen. Vor uns lag natürlich viel Arbeit, doch wir arbeiteten erneut in kleinen Teams, um uns diese aufzuteilen. Die Themen waren sehr vielfältig, alles aktuelle Geschehnisse und der Großteil mit direktem Bezug zu Köln. Natürlich wurde uns vorher noch das notwendige Know-How mitgegeben, wie man einen gebauten Beitrag überhaupt produziert:

Zuallererst wird ein Konzept entworfen und ein roter Faden geschaffen, an dem man sich orientieren kann. Bei der anschließenden Recherche sollte man nützliche Fakten ermitteln und ein paar für das Thema interessante Gesprächspartner herausfinden. Bevor man loszieht um O-Töne und Atmo einzufangen, sollte man sich außerdem gut überlegen, worauf man hinaus möchte und wo man dieses Ergebnis am besten erzielen/erhalten kann. Sobald man alle nötigen Aufnahmen beisammen hat, wird ein Manuskript geschrieben, das wie eine Art „Drehbuch“ fungiert und die am Ende stehende Produktion ungemein erleichtert. Sobald dies fest stand ging es für die einzelnen Teams auch schon zum Einsprechen ins Tonstudio zu Kirsty Werheit, die für die technische Koordination und den Schnitt verantwortlich war.

Neben der Erstellung unserer Beiträge durften wir aber eines nicht vergessen: für die finale Sendung braucht man nicht nur den Inhalt und passende Songs, sondern auch eine Moderation und jemand – der sogenannte Chef vom Dienst (kurz CvD) – muss bei all den zusammenzufügenden Elementen den Überblick behalten, die Zeit im Blick behalten, die Musikwahl absegnen und einiges mehr. Diese Posten wurden also auch noch (je doppelt) besetzt. Bei all diesen Aufgaben wurden wir wieder tatkräftig von den Referenten unterstützt.

Nach einem etwas stressigen Sonntag-Vormittag wurden die letzten Änderungen an der Programm-Zusammenstellung vorgenommen und alles musste gesammelt ins Tonstudio gebracht werden. Dann endlich ging es On Air und die Moderatoren wurden zur Stimme unserer Sendung während die CvDs mit im Studio saßen und der Rest unseres Teams mithören konnte. Alles lief beinahe perfekt und das Timing wurde genau eingehalten.

Nach einer kurzen Pause werteten wir das Magazin gemeinsam aus. Neben kleineren „Pannen“/Improvisationen und Verbesserungsvorschlägen waren wir alle zufrieden mit unserem allerersten eigenen Radio-Magazin.

→ übrigens: unsere Radio-Beiträge folgen demnächst auch auf dem Blog.

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